
Pressemitteilung vom 01. September 2021
IAA-Protest: Klimacamp auf der Theresienwiese Platzzusage nach drei Monaten zäher Verhandlungen - aber unverhältnismäßige Auflagen angekündigt
Das Mobilitätswende-Camp München wird seine Zelte vom 7. bis 12. September auf der Theresienwiese aufschlagen. Das ist der Stand nach drei Monaten zäher Verhandlungen der IAA-Kritiker*innen mit der Stadt München.
Drei Tage vor dem Aufbau fehlt aber immer noch der Auflagenbescheid und damit echte Planungssicherheit. Zudem hat das Kreisverwaltungsreferat (KVR) in einem Kooperationsgespräch am Montag Auflagen angekündigt, die aus Sicht der CampOrganisatorinnen vollkommen unverhältnismäßig sind. So will das KVR nicht erlauben, dass Teilnehmende durch eine spendenfinanzierte „Küche für alle“ versorgt werden. Außerdem sollen keine Zirkuszelte aufgebaut werden. Die “Bequemlichkeit” der Teilnehmerinnen dürfe nicht im Vordergrund stehen, begründet die Behörde ihre Entscheidung. “Das ist absurd. Das Übernachten auf der steinigen Theresienwiese ist ohnehin alles andere als bequem. Es ist völlig unverständlich, warum die Stadt uns jetzt noch mehr Steine in den Weg legt und unseren notwendigen zivilgesellschaftlichen Protest weiter massiv behindert. Das schmeckt nach Schikane ”, sagt Vanessa Probst vom Orga-Team des Camps. Aus Sicht der Aktivistinnen ist die “Küche für alle” essenzieller Bestandteil des Klimacamps, da sie eine konsumfreie und nachhaltige Ernährung für die Teilnehmerinnen ermöglicht. Die Zirkuszelte werden für eine corona-konforme Durchführung der Workshops benötigt.
Die Camp-Organisator*innen wollen die Beschneidung ihrer Versammlungsfreiheit nicht akzeptieren und sind bereit, dies auch notfalls vor Gericht durchzusetzen, falls auf dem Verhandlungsweg keine Lösungen gefunden werden. Als besonders ärgerlich empfinden sie es, dass ihnen die Einschränkungen durch die Behörden erst jetzt mitgeteilt worden sind, obwohl sie das Camp bereits vor drei Monaten mit den bekannten Inhalten angemeldet hatten. In den vergangenen Monaten hatte das KVR eine Zusage immer wieder verweigert und behauptet, auf der 42 Hektar großen Theresienwiese gebe es keinen Platz für das vier Hektar große Klimacamp, weil dort am 11. September etwa zwei Stunden lang auch die Kundgebung des Anti-IAAProtestbündnisses #aussteigen stattfinden wird. Um die Infrastruktur für ein funktionierendes Camp bereitzustellen, mussten im Vorfeld schon Verträge für Strom, Wasser, Abfallentsorgung, Zelte, (Dixi)klos und Technik abgeschlossen sowie die benötigten Lebensmittel eingekauft werden - und das ohne Bescheid. “Die Stadt München hat uns jegliche Planungssicherheit vorenthalten. Die Kosten belaufen sich mittlerweile auf mehrere zehntausend Euro, die wir durch mühevolles Crowdfunding einsammeln müssen”, berichtet Vanessa Probst. “Trotzdem steht eins fest: Am Freitag beginnen wir, das Camp aufzubauen!” Klimagerechtigkeit, Rohstoffabbau und Flucht sind zentrale Themen im Camp
Das Mobilitätswende-Camp soll den Protest gegen die IAA zum Ausdruck bringen und zugleich auf die Klimakatastrophe hinweisen. „Mit unserer Zeltstadt mitten in München wollen wir zeigen, was es bedeutet, wenn Überschwemmungen oder Brände unser Zuhause zerstören. Zugleich wollen wir eine Woche lang eine klimagerechte Gesellschaft vorleben - mit Basisdemokratie, Workshops in Zirkuszelten und einer selbst organsierten, veganen Küche”, sagt Frederik Müller vom Orga-Team. “Und im Gegensatz zur IAA Mobility, die weiterhin eine reine Verkaufsveranstaltung für immer mehr Autos ist, wollen wir echte Antworten darauf finden, wie wir zu einer Mobilität mit sehr viel weniger Autos kommen.” Inhaltlich werden sich die Camp-Teilnehmerinnen vor allem mit den Themen Klimagerechtigkeit, Rohstoffabbau in Ländern des Südens - auch für Elektroautos - sowie Flucht als Folge des Klimawandels befassen. Zum Schutz vor Ansteckungen mit Corona haben die Organisatorinnen des Klimacamps ein umfangreiches Hygienekonzept entwickelt. Neben Maskenpflicht und Abstandsregeln soll für Camp-Teilnehmende die 3G-Regel gelten.
Folgende Organisationen und Bündnisse unterstützen die Forderung nach einer zentralen Campfläche in München: – #noIAA – KonTra IAA – Kongress für transformative Mobilität – Sand im Getriebe – Smash IAA – No Future for IAA – VolxKüche München – Soliküche Augsburg – Fridays for Future München – Jugendorganisation BUND Naturschutz – IAA Demo und Sternfahrt Pressekontakt Mobilitaetswende Camp Muenchen
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